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Klasse statt Masse

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Auspacken, vorführen, Listen erstellen, jurieren lassen, auswerten, Organisatoren und Juroren verpflegen, Bilder rahmen, hängen, bewundern, kritisieren, Katalog erstellen: Viel Arbeit kam auf den Fotokreis Pinneberg zu um die diesjährige Nord-Ostsee-Fotomeisterschaft auszurichten und … es hat sich gelohnt.

Aus 487 eingereichten Fotos wählten die Juroren Katrin Langowski, Paul Neukam und Jörg Behring die 137 besten aus. „Masse statt Klasse“, kritisierte Jörg Behring. „Lieber 30% weniger Bilder, die aber mit Engagement für die Sache der Jury vorgelegt werden“, empfiehlt er. Dem ist durchaus zuzustimmen und der Rat an die Klubleiter eine etwas strengere Auswahl zu treffen ist sicherlich angebracht. Gab es doch offensichtlich Fotos, deren Passpartouts wirkten, als seien sie laut Jörg Behring „mit den dritten Zähnen ausgeschnitten worden“. Paul Neukam wiederum meinte: Wir haben viele gute Bilder gesehen.“ Jedoch gibt er zu bedenken: „Es braucht einen großen Abstand und eine Menge Zeit um dem eigenen Bild auch nur annähernd objektiv gegenüber zu stehen.“ Katrin Langowski tröstet: „Es gibt noch viel Entwicklungspotenzial. Vorrangig sollte der Spaß am Fotografieren im Vordergrund stehen und die Autoren sollten sich nicht durch die Meinung der Juroren entmutigen lassen.“

Tja, denken Sie jetzt vielleicht, was ist da denn wohl bei rausgekommen? -Eine Ausstellung, die sich sehen lassen kann: interessant, vielfältig, hochkarätig. Die angenommenen Arbeiten sind ausnahmslos eine längere Betrachtung wert. Über Geschmack lässt sich streiten, über Qualität nicht und die ist hier eindeutig vorhanden. Schrill oder bedeckt, gestochen scharf oder gewollt unscharf, figürlich oder abstrakt, humorvoll oder ernst, stimmungsvoll oder plakativ sind all diese Fotos eine interessante Mischung, die an das Niveau von Profifotografen heranreicht. Ein-, Durch- und Überblicke, prägnante Perspektiven, ungewöhnliche Ansichten, eindrucksvolle Lichtspiele und eine oft herausragende Technik sind hier zu bestaunen. Obwohl wir heutzutage von Bildern überflutet sind, verharren wir vor diesen Meisterschaftsfotos und staunen über den Ideenreichtum und das Handwerk, die hier geboten werden. Liebe Hobbyfotografen, macht weiter so!

Inga Bruns